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Gast Tanni

Der ultimative 311te Dummlaber Fred

Recommended Posts

Für unsere  wackeren ehrenamtlichen Moderatoren:

 

Nur kein Ehrenamt

Willst Du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Wieviel Mühen, Sorgen, Plagen
wieviel Ärger mußt Du tragen;
gibst viel Geld aus, opferst Zeit -
und der Lohn? Undankbarkeit!

Ohne Amt lebst Du so friedlich
und so ruhig und so gemütlich,
Du sparst Kraft und Geld und Zeit,
wirst geachtet weit und breit.

So ein Amt bringt niemals Ehre,
denn der Klatschsucht scharfe Schere
schneidet boshaft Dir, schnipp-schnapp,
Deine Ehre vielfach ab.

Willst du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Selbst Dein Ruf geht Dir verloren,
wirst beschmutzt vor Tür und Toren,
und es macht ihn oberfaul
jedes ungewaschne Maul!

Drum, so rat ich Dir im Treuen:
willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen,
soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen,
laß das Amt doch and'ren Dummen.

(Wilhelm Busch)

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Und nun etwas für unsere  Senioren:

Mummelgreise grauend kalt
werden 100 Jahre alt.
Meistens ist die Frau gestorben.
Der Geschlechtstrieb ist verdorben.
Nur zum Pinkeln lediglich
dient der Schippeldillerich.
Nicht wie einst in feurigen Strahlen
feuern in die Urinalen.
Nein, in ganz bescheidner Ruh,
pinkeln sie sich auf den Schuh.

Wilhelm Busch
 

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Dies ist für unsere ganz besonders selbstbewussten Mitspieler:

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich;
So hab' ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp' ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff' ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Dass ich ein ganz famoses Haus.

 

Wilhelm Busch

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Hier etwas für die Forenhelden, mich eingeschlossen:

Ratschläge

Für einen schlechten Redner

Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! Etwa so:

»Meine Damen und meine Herren! Bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich Ihnen kurz ...«

Hier hast du schon so ziemlich alles, was einen schönen Anfang ausmacht: eine steife Anrede; der Anfang vor dem Anfang; die Ankündigung, daß und was du zu sprechen beabsichtigst, und das Wörtchen kurz. So gewinnst du im Nu die Herzen und die Ohren der Zuhörer.

Denn das hat der Zuhörer gern: daß er deine Rede wie ein schweres Schulpensum aufbekommt; daß du mit dem drohst, was du sagen wirst, sagst und schon gesagt hast. Immer schön umständlich!

Sprich nicht frei – das macht einen so unruhigen Eindruck.

Am besten ist es: du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem viertel Satz mißtrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.

Wenn du gar nicht hören kannst, was man dir so freundlich rät, und du willst durchaus und durchum frei sprechen ... du Laie! Du lächerlicher Cicero! Nimm dir doch ein Beispiel an unsern professionellen Rednern, an den Reichstagsabgeordneten – hast du die schon mal frei sprechen hören? Die schreiben sich sicherlich zu Hause auf, wann sie »Hört! hört!« rufen ... ja, also wenn du denn frei sprechen mußt:

Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst.

Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, so daß der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet ... nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben. So mußt du sprechen.

Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Ich habe einmal in der Sorbonne einen chinesischen Studenten sprechen hören, der sprach glatt und gut französisch, aber er begann zu allgemeiner Freude so: »Lassen Sie mich Ihnen in aller Kürze die Entwicklungsgeschichte meiner chinesischen Heimat seit dem Jahre 2000 vor Christi Geburt...« Er blickte ganz erstaunt auf, weil die Leute so lachten.

So mußt du das auch machen. Du hast ganz recht: man versteht es ja sonst nicht, wer kann denn das alles verstehen, ohne die geschichtlichen Hintergründe ... sehr richtig! Die Leute sind doch nicht in deinen Vortrag gekommen, um lebendiges Leben zu hören, sondern das, was sie auch in den Büchern nachschlagen können ... sehr richtig! Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.

Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen. Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale; immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.

Du mußt alles in die Nebensätze legen. Sag nie: »Die Steuern sind zu hoch.« Das ist zu einfach. Sag: »Ich möchte zu dem, was ich soeben gesagt habe, noch kurz bemerken, daß mir die Steuern bei weitem...« So heißt das.

Trink den Leuten ab und zu ein Glas Wasser vor – man sieht das gerne.

Wenn du einen Witz machst, lach vorher, damit man weiß, wo die Pointe ist.

Eine Rede ist, wie könnte es anders sein, ein Monolog. Weil doch nur einer spricht. Du brauchst auch nach vierzehn Jahren öffentlicher Rednerei noch nicht zu wissen, daß eine Rede nicht nur ein Dialog, sondern ein Orchesterstück ist: eine stumme Masse spricht nämlich ununterbrochen mit. Und das mußt du hören. Nein, das brauchst du nicht zu hören. Sprich nur, lies nur, donnere nur, geschichtele nur.

Zu dem, was ich soeben über die Technik der Rede gesagt habe, möchte ich noch kurz bemerken, daß viel Statistik eine Rede immer sehr hebt. Das beruhigt ungemein, und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, so macht das viel Spaß.

Kündige den Schluß deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen. (Paul Lindau hat einmal einen dieser gefürchteten Hochzeitstoaste so angefangen: »Ich komme zum Schluß.«) Kündige den Schluß an, und dann beginne deine Rede von vorn und rede noch eine halbe Stunde. Dies kann man mehrere Male wiederholen.

Du mußt dir nicht nur eine Disposition machen, du mußt sie den Leuten auch vortragen – das würzt die Rede.

Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es gar nicht erst anzufangen.

Wenn einer spricht, müssen die andern zuhören – das ist deine Gelegenheit. Mißbrauche sie.

Ratschläge für einen guten Redner

Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze.

Klare Disposition im Kopf – möglichst wenig auf dem Papier.

Tatsachen, oder Appell an das Gefühl. Schleuder oder Harfe. Ein Redner sei kein Lexikon. Das haben die Leute zu Hause.

Der Ton einer einzelnen Sprechstimme ermüdet; sprich nie länger als vierzig Minuten. Suche keine Effekte zu erzielen, die nicht in deinem Wesen liegen. Ein Podium ist eine unbarmherzige Sache – da steht der Mensch nackter als im Sonnenbad.

Merk Otto Brahms Spruch: Wat jestrichen is, kann nich durchfalln.

 

Kurt Tucholsky

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Mit  der deutschen Sprache ist das ja so eine Sache:

...Es gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermaßen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs Hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und liest: „Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen.“ Man überfliegt die Liste und stellt fest, dass es mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt. Also springt man abermals über Bord, um nach einem neuen Ararat zu suchen, und was man findet, ist neuer Treibsand.   ...

Es gibt zehn Wortarten, und alle zehn machen Ärger. Ein durchschnittlicher Satz in einer deutschen Zeitung ist eine erhabene, eindrucksvolle Kuriosität; er nimmt ein Viertel einer Spalte ein; er enthält sämtliche zehn Wortarten – nicht in ordentlicher Reihenfolge, sondern durcheinander; er besteht hauptsächlich aus zusammengesetzten Wörtern, die der Verfasser an Ort und Stelle gebildet hat, sodass sie in keinem Wörterbuch zu finden sind – sechs oder sieben Wörter zu einem zusammengepackt, und zwar ohne Gelenk und Naht, das heißt: ohne Bindestriche; er behandelt vierzehn oder fünfzehn verschiedene Themen, von denen jedes in seine eigene Parenthese eingeschlossen ist, und jeweils drei oder vier dieser Parenthesen werden hier und dort durch eine zusätzliche Parenthese abermals eingeschlossen, sodass Pferche innerhalb von Pferchen entstehen; schließlich werden alle diese Parenthesen und Überparenthesen in einer Hauptparenthese zusammengefasst, die in der ersten Zeile des majestätischen Satzes anfängt und in der Mitte seiner letzten Zeile aufhört –und danach kommt das Verb, und man erfährt zum ersten Mal, wovon die ganze Zeit die Rede war; und nach dem Verb hängt der Verfasser noch „haben sind gewesen gehabt haben geworden sein“ oder etwas dergleichen an – rein zur Verzierung, soweit ich das ergründen konnte –, und das Monument ist fertig. ...

In meinem Notizbuch finde ich folgende Eintragung: 1. Juli. Im Krankenhaus wurde gestern einem Patienten – einem Norddeutschen aus der Nähe  von Hamburg – ein dreizehnsilbiges Wort herausgenommen; aber da die Chirurgen ihn höchst unglücklicherweise an der falschen Stelle geöffnet hatten (nämlich in der Annahme, er habe ein Panorama verschluckt), starb er. Das traurige Ereignis hat einen düsteren Schatten über die ganze Stadt geworfen.

Diese Eintragung liefert mir den Text zu ein paar Bemerkungen über einen der eigentümlichsten und bemerkenswertesten Züge des von mir behandelten Gegenstandes – die Länge deutscher  Wörter.

Manche deutschen Wörter sind so lang, dass man sie nur aus der Ferne ganz sehen kann. Man betrachte die folgenden Beispiele:

„Freundschaftsbezeigungen“

„Dilettantenaufdringlichkeiten“

„Stadtverordnetenversammlungen“.

Dies sind keine Wörter, es sind Umzüge sämtlicher Buchstaben des Alphabets. Und sie kommen nicht etwa selten vor. Wo man auch immer eine deutsche Zeitung aufschlägt, kann man sie majestätisch über die Seite marschieren sehen – und wer die nötige Phantasie besitzt, sieht auch die Fahnen und hört die Musik. Sie geben selbst dem sanftesten Thema etwas schauererregend Martialisches.

Ich interessiere mich sehr für diese Kuriositäten. Sooft mir ein gutes Exemplar begegnet, stopfe ich es aus für mein Museum. Auf diese Weise habe ich eine recht wertvolle Sammlung zusammengebracht. Wenn ich auf Duplikate stoße, tausche ich mit anderen Sammlern und erhöhe so die Mannigfaltigkeit meines Bestandes. Hier sind einige Exemplare, die ich kürzlich auf der Versteigerung des persönlichen Besitzes eines bankrotten Raritätenjägers erstand:

„Generalstaatsverordnetenversammlungen“

„Altertumswissenschaften“

„Kinderbewahrungsanstalten“

„Unabhängigkeitserklärungen“

„Wiederherstellungsbestrebungen“

„Waffenstillstandsunterhandlungen“.

Natürlich schmückt und adelt solch ein großartiger Gebirgszug die literarische Landschaft, wenn er sich quer über die Druckseite erstreckt; gleichzeitig jedoch bereitet er dem Anfänger großen Verdruss, denn er versperrt ihm den Weg. Er kann nicht darunter durchkriechen oder darüber hinwegklettern oder einen Tunnel hindurchbohren. Er wendet sich also hilfesuchend ans Wörterbuch, aber dort findet er keine Hilfe. Das Wörterbuch muss irgendwo eine Grenze ziehen, daher lässt es diese Sorte von Wörtern aus, und zwar mit Recht, denn diese langen Dinger sind wohl kaum rechtmäßige Wörter, sondern vielmehr Wortkombinationen, deren Erfinder man hätte umbringen sollen. Es sind zusammengesetzte Wörter ohne Bindestrich. Die einzelnen Wörter, die zu ihrem Aufbau benutzt wurden, stehen im Wörterbuch, allerdings sehr verstreut. Man kann sich also das Material Stück um Stück zusammensuchen und auf diese Weise schließlich auf die Bedeutung stoßen, aber es ist eine mühselige Plackerei. [...]

 

Mark Twain: Die schreckliche deutsche Sprache „...oder warum Mark Twain die deutsche Sprache hasste...“

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FAST AUTOBIOGRAPHISCHER LEBENSLAUF EINES WESTDEUTSCHEN LINKEN 

Diese rote Wut, die hatte er immer,

ihren Ausbruch hat er bloß meistens vermieden.
Er ging dann rüber ins gute Zimmer

 und spielte Revolutionsetüden.


Dann, in den frühen fünfziger Jahren,

als die schon wieder beim Aufrüsten waren,

an einem Samstag beim Abendgeläut,

da war es dann aber schließlich so weit:

Da hat er das schwarze Piano zerschlagen,

ist losgetrampt, durch Europa gezogen.
Hat gestohlen, gevögelt, die Laute geschlagen,

gesungen, gesoffen, geprügelt, betrogen.


Saint-Germain-des-Pres, da ist er länger geblieben.
Sartre hatte gerade den Ekel geschrieben.

Er lebte mit der Nutte Marie-Therese

und hörte sich nachts besoffen an Jazz.

 

Zurück im Deutschland der Naziväter

tat er das Billigste: Jura studieren.

Als Illustrierten- und Schulbuchvertreter

fand er die offenen Hausfrauentüren.

 

Budenzauber im Butzenscheibenstädtchen.

Mit einem der-Vater-ist-Amtsrichter-Mädchen

zog er am Samstag sogar zur Beicht,

dann durfte er manchmal - aber nur leicht.

 

Dann hörte er Oskar die Blechtrommel schlagen

und ließ sich den patzigen Schnauzschnorres stehen.

Fuhr oft mit gebrauchtem 2-CV-Wagen

zum Schiffbauerdamm,

Brechtstücke sehen.


Er glaubte an eine Parteikarriere,

zog sofort nach der Spiegel-Affaire

als Referendar in die Landeshauptstadt,

kandidierte dort als Sozialdemokrat.

 

Wer hat uns verraten, wer hat uns verraten?

Es stellten sich denen, die wirklich verfügen,

mal wieder zur Verfügung Sozialdemokraten.

Die große Verfügung begann zu siegen.

 

Und weil er noch nicht sehr weit war gekommen,

hat er das auch sehr ernst genommen,

und er meinte, er hätte sie längst bestochen.

Doch die rote Wut kam wieder angekrochen.

 

Die Pauke vom Neuss hat den Auftakt geschlagen

zu den späten sechziger Jahren.

Und er sah dann hinter den Barrikaden,

wie weit die davor schon wieder mal waren:

die Schüsse auf Dutschke, Bildzeitungshetzen,

Faschistenfaust hinter Notstandsgesetzen.

 

Die Wut wurde klarer und kalt, wurde Haß.

Hasta la victoria siempre gilt das.

 

Dem, der uns hier tat aus dem Leben erzählen,

dem müßt man jetzt aber erklären,

aus der linken Ecke knurren und bellen

tat noch nie den Klassenfeind stören.


Hassen allein, das wird nicht genügen.

Der muß schon mal rauskommen,

was tun für das Siegen.


Und da gibt es auch viel, und da fällt schon was ein.
Das muß ja nicht gleich ein Warenhaus sein.

   Aber merke:

Ein Warenhaus anzünden ist immer noch besser, als sich selbst anzünden.

 

(Dr. Franz-Josef Degenhardt)

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BELEHRUNG NACH PUNKTEN 

Befragung eines Lehramtskandidaten

im Rahmen eines Anhörungsverfahrens

durch einen Herrn aus Berlin 

ohne falschen Bart

und in Anwesenheit eines Regierungsdirektors, SPD.

Solo des Herrn aus Berlin:

Bitte, um es gleich zu sagen:

Wir sind hier für Offenheit.
Wer soviel hineingeheimnißt - 

        so Gesinnungsschnüffelei 'so weiter -

trifft die Sache nicht.
Sie zum Beispiel wollen Lehrer werden,

wollen also was von uns.

Also werden wir Sie prüfen,

ist doch logisch.
Staatsumkrempler, Radikale,

Revolutionäre mit Gehältern nach A 13

und Pensionsansprüchen

machen wir hier nicht.
Also, hier ist Ihre Akte.

Rein beruflich alles bestens.

1. Lehramtsprüfung: sehr gut.
Sind kontaktstark und belastbar,

halten sich zurück in Ihrem Urteil,

und Sie sind kollegial.

Na bitte!

Aber das genügt uns nicht;

denn hier kommt es darauf an:

Bieten Sie Gewähr, voll einzutreten jederzeit 

für diese freiheitliche und so weiter,

na Sie wissen schon!

Na, und hier in Ihrer Akte -     

das gibt's jetzt in jeder Akte -

die Bewertungskarte PPD;

das ist die politische Personaldatei.
Haben wir uns ausgedacht.
Echter Fortschritt,

Punktbewertung,

Lochkartensystem und
Praktisch wie die Verkehrssünderdatei.
Das objektiviert die Sache ganz enorm.
Damit ist der Gleichheitsgrundsatz bestens garantiert

und ist alles demokratisch, haha.


Und so funktioniert das:

Jeder Minuspunkt ein Loch,

 und ist die Minuspunktzahl von 45 dann erreicht,

dann: Juppdika und ratata:

der Datenspeicher wirft die Karte aus,

und wir wissen: Wieder mal ein Radikaler,

Bietet nicht Gewähr, voll einzutreten

jederzeit  für diese freiheitliche und so weiter,

na Sie wissen schon!

So, und jetzt zu Ihnen ganz konkret.
Und was sehn wir da zunächst mal?

Diese 20 Löchlein in der Karte.

Das sind fünfmal Ihre Unterschriften:

Gegen Rüstung

und das neue Chile

und Berufsverbote,

für das neue Portugal und

für den 1.
Mai mit Kommunisten.

 

Dazu kommen 13 Löchlein für Versammlungsstörung         

 - Zwischenrufe und so weiter -

ganz egal, ob CDU-, ob NPD-Versammlung,

darauf kommt es hier nicht an.


Und hier nochmal sieben Löcher

für 'ne Demo Umweltschutz.
Wie bitte? Unpolitisch?

Dabei sind doch immer Kommunisten.
So, das sind schon 40 Minuspunkte,

Dazu kommen Fünfe,

weil Sie in 'ner Wohngemeinschaft leben.
Nix da, nix da, das ist billiger als Einzelzimmer.
So schlau sind wir auch.
Unter einer Decke stecken, Zellen bilden,

darauf läuft das doch hinaus.
Also mach summa summarum

45 Minuspunkte,

und das heißt: Sie sind ein Radikaler,

Bieten nicht Gewähr, voll einzutreten

jederzeit für diese freiheitliche und so weiter,

na Sie wissen schon!

Na, nu lassen Sie den Kopf nicht hängen.
Ist ja noch nicht alles aus.
Hier ist nämlich ein Angebot:

Oder, warum meinen Sie, erklär' ich Ihnen alles so genau?

Vorschlag also der:

Sie hängen noch ein paar Jährchen dran,

sammeln ein paar Pluspunkte, paar schöne,

dass Sie wieder runterkommen,

so auf 10 bis 20 Minuspunkte.
Das genügt uns schon.
Na, und was Sie machen sollen?

Hören Sie sich ein bißchen um

bei Kollegen und so weiter,

was man redet und so weiter,

na, Sie wissen schon.


Halt, wo wollen Sie denn hin?

Laufen Sie nicht weg.
Läuft der raus!

Na, ich sag ja: Radikaler!

Bietet nicht Gewähr, voll einzutreten

jederzeit für diese freiheitliche und so weiter,

na Sie wissen schon!

 

(Dr. Franz-Josef Degenhardt)

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Wir waren oh wehe
Im Hafen der Ehe 
schonmal eingeschifft 
Bündnis probiert
Kapituliert
Hatten ein Kriegsschiff erwischt 

Die schwiegermutter
Der Krabbenkutter
Hatte uns im Netz
wir haben ihr traut
ein Denkmal gebaut
den Drachenfels gesetzt 

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@Gouda: 

BALLADE VON DER UNZULÄNGLICHKEIT MENSCHLICHEN PLANENS

Der Mensch lebt durch den Kopf.
Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
Versuch es nur, von deinem Kopf
Lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben
Diesen Lug und Trug.

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlecht genug.
Doch sein höhres Streben
Ist ein schöner Zug.

Ja, renn nur nach dem Glück
Doch renne nicht zu sehr
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum haue ihn auf den Hut.
Hast du ihm auf dem Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!

 

(Bert Brecht)

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IN DEN GUTEN ALTEN ZEITEN 

Dort im Südrandkrater, hinten an der Zwischenkieferwand,

wo im letzten Jahre noch das Pärchen Brennesseln stand,

wo es immer, wenn der Mond sich überschlägt, so gellend lacht,

drüben haust in einem Panzer aus der allerletzten Schlacht

jener Kerl mit lauter Haaren auf dem Kopf und im Gesicht,

zu dem, wenn es Neumond ist, unser ganzer Stamm hinkriecht.
Jener schlägt ein Instrument aus hohlem Holz und Stacheldraht

und erzählt dazu, was früher sich hier zugetragen hat

in den guten alten Zeiten.

Damals konnte, wer da wollte, auf den Hinterkrallen stehn.
Doch man fand das Kriechen viel bequemer als das Aufrechtgehn.
Der Behaarte sagt, sie seien sogar geflogen, und zwar gut.
Aber keiner fand je abgebrochene Flügel unterm Schutt.

Über Tage und in Herden lebten sie zur Sonnenzeit,

doch zum Paaren schlichen sie in Höhlen, immer nur zu zweit.
Ihre Männchen hatten Hoden und ein bißchen mehr Gewicht,

doch ansonsten unterschieden sie sich von den Weibchen nicht

in den guten alten Zeiten.

Damals wuchsen fette Pflanzen überall am Wegesrand,

doch sie abzufressen galt als äußerst unfein in dem Land.
Man verzehrte Artgenossen, selbst das liebenswerte Schwein,

doch die aufrecht gehen konnten, fraß man nicht, man grub sie ein.
Manchmal durfte man nicht töten, manchmal wieder mußte man.
Ganz Genaues weiß man nicht mehr, aber irgendwas ist dran.
Denn wer Tausende verbrannte, der bekam den Ehrensold,

doch erschlug einen einzlen, hat der Henker ihn geholt

in den guten alten Zeiten.

Wenn ein Kind ganz nackt und lachend unter einer Dusche stand,

dann bekam es zur Bestrafung alle Haaren abgebrannt.
Doch war's artig, hat's zum Beispiel einen Panzer gut gelenkt,

dann bekam es zur Belohnung um den Hals ein Kreuz gehängt.
Man zerschlug ein Kind, wenn es die Füße vom Klaver zerbiß,

doch man lachte, wenn's dem Nachbarkind ein Ohr vom Kopfe riß.
Blut'ge Löcher in den Köpfen zeigte man den Knaben gern,

doch von jenem Loch der Löcher hielt man sie Hieben fern

in den guten alten Zeiten.

Alle glaubten an den unsichtbaren gleichen Manitou,

doch der Streit darüber, wie er aussah, ließ sie nicht in Ruh.

Jene malten ihn ganz weiß und andre schwarz oder gar rot,

und von Zeit zu Zeit, da schlugen sie sich deshalb einfach tot.
Ob die Hand ganz rot von Blut war und die Weste schwarz von Dreck,

das war gleich, wenn nur die Haut ganz weiß war, ohne jeden Fleck.
Und den Mischer zweier Farben federte und teerte man

oder drohte ihm für nach dem Tode Feuerqualen an

in den guten alten Zeiten.

Und wer alt war, galt als weise, und wer dick war, galt als stark.
Und den fetten Greisen glaubte man aufs Wort und ohne Arg.
Und wenn Wolken sich am Abend färbten, freute man sich noch,

und man fraß ganz ruhig weiter, wenn die Erde brandig roch.
Denn vom Himmel fiel noch Wasser, und die Sonne war noch weit,

und der große Bär, der schlief noch, in der guten alten Zeit.
Und die Erde drehte sich nicht plötzlich rückwärts und im Kreis.
Doch man schaffte rüstig, bis es dann gelang, wie jeder weiß.
Und da war Schluß mit jenen Zeiten,

mit den guten alten Zeiten.

Und so hocken wir bei Neumond an der Zwischenkieferwand,

wo im letzten Jahre noch das Pärchen Brennesseln stand.
Und wir lauschen dem Behaarten, der sein Instrument laut schlägt.
Und wir lauschen, lauschen, lauschen nächtelang und unbewegt.
Und wir träumen von den guten alten Zeiten und dem Land,

wo man überall und jederzeit genug zu fressen fand.
Unsre Stammesmutter streichelt unser Jüngstes mit den Zehn,

manchmal seufzt sie: "Oh ihr Brutgenossen, war das früher schön

in den guten alten Zeiten!"

(Dr. jur. Franz-Josef Degenhardt) 

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ALTE FREUNDE 

Manchmal triffst du in deiner Stadt
jemanden wieder, und der hat
früher mit dir mal Motsche gemacht.
Jetzt bleibt ihr steh'n und fragt:
Menschenskind, Kerl, altes Haus,
siehst du denn aus?
Bist du noch? Hast du noch? Kannst du noch
und machst du noch?
Und ohne, daß es einer will,
seid ihr ganz plötzlich still,
ihr alten Freunde.
Zwischen euch grinst mit 'mal die Zeit
ihr Lachen aus Verlegenheit.
Ihr zählt ganz heimlich all die Jahre
und sucht eure wahre
Geschichte beim anderen im Gesicht,
und ihr find't sie nicht.
Glaubst du denn, hoffst du denn, wähnst du denn
und meinst du denn,
daß ihr noch etwas findet,
das euch verbindet,
euch alte Freunde?
Der hat zwei Kinder und 'ne Frau,
die irgendwas an den Nieren hat.
Dir wird beim Rauchen immer flau,
und du wohnst in'ner and'ren Stadt.
Der glaubt an guten Ruf, Geist und an Geld,
und dir kann dir Welt.
Merkst du nicht, fühlst du nicht,
siehst du nicht und riechst du nicht,
daß das ja nicht mehr klappt,
daß ihr euch nichts mehr zu sagen habt,
ihr alten Freunde?
 
(Dr. jur. Franz-Josef Degenhardt)

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Der Mann von nebenan 

Dankst du dem Mann von nebenan?
Der kommt zu spät,
und du kriegst den Zug.
Dem fehlen Haare,
und du hast genug.
Der verspielt im Lotto sein ganzes Haus,
und du kommst sonntags immer raus.
Wer gehört zu den neunundneunzig Prozent,
damit das eine dann traumlos pennt?

Immer der Mann, von nebenan.

Dankst du dem Mann von nebenan?
Wenn's regnet,
hat der seinen Schirm vergessen.
Du hast nie Appetit,
und der ist verfressen.
Der ist's, der in der Klammer steht,
damit dann deine Rechnung aufgeht.
Wem tut morgens das Atmen schon weh?
Wer findet niemals den richtigen Dreh?

Immer der Mann, von nebenan.

Dankst Du dem Mann von nebenan?
Der ist Soldat,
wenn du Goethe liest.
Der trinkt Bier,
wenn der Schampus fließt.
Der bricht sich schon beim Schlafen ein Bein,
und du hast, selbst wenn du fällst, noch Schwein.
Wer bleibt da, wenn die Fahnen fallen?
Wer muß schließlich das Ganze bezahlen?

Immer der Mann von nebenan.

Dankst Du dem Mann von nebenan?
Wenn der mal stirbt,
denkt niemand dran.
Dir aber baut man
ein Monumang.
Den legt man schnell neben irgend 'nen Schuft.
und du kommst in eure Familiengruft.
Wer bleibt immer gänzlich tot?
Wer kommt niemals zum Lieben Gott?

Immer der Mann, von nebenan.

 

(Dr. jur. Franz-Josef Degenhardt)

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Notar Bolamus

Die zwischen den Zeilen
Widerstand leisteten,
damals,
die sich zurückzogen
in das Reich Beethovens,
damals,
und dann wieder herauskamen
und immer noch schreiben,
die heben jetzt mahnend die Stimme:
Maßhalten, sagen sie, maßhalten,
ihr Polizisten,
maßhalten, ihr Studenten,
maßhalten,
ihr Exploiteure und Gouverneure,
maßhalten,
ihr Arbeiter, Chinesen und Neger,
maßhalten, ihr Mörder, 
maßhalten, ihr Opfer. 

Der alte Notar Bolamus,
der muss weit über neunzig sein, 
macht täglich noch einen Spaziergang, 
trinkt sonntags ein Schöppchen Wein,
liest immer noch ohne Brille
die Zeitung, die er seit jeher las, 
aber nur noch die Todesanzeigen, 
und er hat dabei seinen Spaß. 
Er kichert und kratzt sich 
in Greisenlust zwischen den Zehen. 
"Zu leben", sagt er, 
das muss man eben verstehen." 

Der alte Notar Bolamus, 
der hat das richtige Rezept, 
wie man so alt wie er wird 
und immer noch weiterlebt. 
Und erzählt 's am Stammtisch 
auch jedem, der's hören will. 
"Das ist es", sagt er, "alles ganz 
einfach mit Maß und mit Ziel. 
Und niemals, Verehrtester, 
irgendwas übertreiben. 
Dann wird jedes Organ 
und alles in Ordnung bleiben." 

Der alte Notar Bolamus 
hat so gelebt, wie er sagt.
Hat ein bisschen geraucht und getrunken,
ein bisschen an allem genascht, ein bisschen an allem genagt,
ein bisschen geschafft, ein bisschen gezeugt,
ein bisschen Vermögen gemacht.
Und manchmal ist er am Morgen sogar
ein bisschen erschrocken erwacht.
Ja, der alte Notar Bolamus
hat nie etwas übertrieben.
Und darum ist er auch bis heute
so gesund geblieben.

Der alte Notar Bolamus 
hat sich gut durch die Zeit gebracht, 
weil: er war immer ein bisschen dafür 
und immer ein bisschen dagegen, und er gab immer acht. 
"Nur Auschwitz", sagt er, "das 
war ein bisschen zu viel." 
Und er zitiert seinen Wahlspruch: 
"Alles mit Maß und mit Ziel." 
Ja, sein Urteil war immer 
sehr abgewogen. 
Und darum ist er auch bis heute 
um nichts betrogen. 

Der alte Notar Bolamus 
muss weit über neunzig sein, 
macht täglich noch seinen Spaziergang, 
trinkt sonntags sein Schöppchen Wein. 
Und jetzt nehmen wir mal an, er kommt einmal 
dann doch zu dem, den er Herrgott nennt, 
eine Mischung aus Christkind 
und Goethe und Landgerichtspräsident. 
Und dieser, der täte ihn schließlich 
dann auch noch belohnen. 
Mal ehrlich, Kumpanen, 
wer von uns möchte da wohnen?
 
(Dr. Franz-Josef Degenhardt)

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Kurt Tucholsky Zitate

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!

Erst habe ich gemerkt, wie das Leben ist. Und dann habe ich verstanden, warum es so ist, und dann habe ich begriffen, warum es nicht anders sein kann. Und doch möchte ich, daß es anders wird.

Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.

Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

Das ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.

Das Christentum ist eine gewaltige Macht. Dass zum Beispiel protestantische Missionare aus Asien unbekehrt wieder nach Hause kommen – das ist eine große Leistung.

Der eigene Hund macht keinen Lärm – er bellt nur.

Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.

Der Leser hat’s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.

Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn’s ihm gut geht und eine, wenn’s ihm schlecht geht. Die letzte heißt Religion.

Der Sozialismus wird erst siegen, wenn es ihn nicht mehr gibt.

Deutschlands Schicksal: Vor dem Schalter zu stehen. Deutschlands Ideal: Hinter dem Schalter zu sitzen.

Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft – das ist eine Weltanschauung.

Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.

Die Katholiken sitzen vor ihrer Hütte. Ein Heide geht vorbei und pfeift sich eins. Die Katholiken tuscheln: ‘Der wird sich schön wundern, wenn er stirbt!’ Sie klopfen sich auf den Bauch ihrer Frömmigkeit, denn sie haben einen Fahrschein, der Heide aber hat keinen, und er weiß es nicht einmal. Wie hochmütig kann Demut sein!

Du brauchst nur zu lieben und alles ist Freude.

Dumme und Gescheite unterscheiden sich dadurch, dass der Dumme immer dieselben Fehler macht und der Gescheite immer neue.

Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.

Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen.

Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten.

Es gibt vielerlei Lärm. Aber es gibt nur eine Stille.

Es ist schön, mit jemand schweigen zu können.

Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen; es hat ja keinen Sinn, mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen.

Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.

Ist dir noch nicht aufgefallen, wie viel Frechheit durch Unsicherheit zu erklären ist?

Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg.

Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.

Man fällt nicht über seine Fehler. Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnutzen.

Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden.

Nähme man den Zeitungen den Fettdruck weg, um wie viel stiller wäre es auf der Welt.

Trudle durch die Welt. Sie ist so schön, gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben.

Überschrift eines demokratischen Leitartikels: Jein!

Um populär zu werden, kann man seine eigene Meinung behalten. Um populär zu bleiben, weniger.

Volkswirtschaft ist der Zeitpunkt, an dem die Leute anfangen, darüber nachzudenken, warum sie so wenig Geld haben.

Was die Kirche nicht verbieten kann, das segnet sie.

Was nicht griffbereit ist, was man nicht nachts um zwei Uhr finden kann, das besitzt man nicht.

Wenn ein Mensch ein Loch sieht, hat er das Bestreben, es auszufüllen. Dabei fällt er meistens hinein.Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut.

Wer in einem blühenden Frauenkörper das Skelett zu sehen vermag, ist ein Philosoph.

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Deutsches Chaos 

 

 

 

Das für heute früh 8.30 Uhr angesetzte Chaos ist durch eine Notverordnung der Regierung auf morgen verschoben worden.                                                                               10. August 2018

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            11. August

Heute 8.30 Uhr ist das Chaos ausgebrochen (Siehe auch letzte Nachrichten). Das Chaos wurde durch eine Rede der Bundeskanzlerin sowie durch einen kurzen, kernigen Spruch des Bundespräsidenten eröffnet. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident führte in seiner Chaos-Rede aus, dass Deutschland auch fürderhin.

Das bayerische Chaos brach erst um 9.10 Uhr aus.

Die Bundesbank nahm eine abwartende Stellung ein.

 

12. August

Heute hat das Bundes-Chaos-Amt seine Arbeit angetreten. Jedes Chaos (sprich: Chaos) bedarf demnach einer besonderen Chaos-Ausbruchs-Genehmigung durch das Bundes-Chaos-Amt, einer Nachprüfung durch das Bundes-Chaos-Nachschau-Amt sowie durch die einzelnen Chaos-Landesämter. Die Bundesbank nimmt vorläufig eine abwartende Haltung ein.

 

13. August

Das Chaos ist nunmehr überall definitiv ausgebrochen.

Ein reizender Vorfall wird aus Eßlingen (Württemberg) bekannt. Der dortige Bürgermeister hatte verabsäumt, die Verfügungen des Bundes-Chaos-Amts zur Durchführung zu bringen, und so wussten die guten Eßlinger noch bis gestern abend überhaupt nichts von dem Chaos und gingen ihrer Tätigkeit (Nichtauszahlung von Gehältern sowie Vertröstung der Gläubiger untereinander) mit rührendem Eifer auch weiterhin nach. Erst ein Funkspruch der württembergischen Chaos-Regierung machte diesem Zustand ein Ende. Das Backen von Chaos-Spätzle ist bis auf weiteres verboten.

 

14. August

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat heute zu den Vorgängen einen bedeutungsvollen Entschluss gefasst. Die Partei ermächtigt danach die Fraktion, den Ältestenrat des sogenannten ›Bundestages‹ zu ersuchen, bei der geschäftsführenden Bundesregierung dahin vorstellig zu werden, dass die Regierung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dahin wirken möge, den § 14 des Chaos-Gesetzes abzumildern. Die Partei würde sich sonst andrerseits genötigt sehn, in die Opposition zu gehen bzw. dort zu bleiben und die einundreissigste Runde der Sondierungsgespräche abzubrechen.

Der Entschluß ist deshalb so bedeutungsvoll, weil wir aus ihm zum ersten Mal erfahren, dass es in Deutschland eine Sozialdemokratische Partei gibt, und dass diese Partei jemals in der Opposition gestanden hat.

Die Bundesbank wird sich vermutlich abwartend verhalten.

 

15. August

(Leitartikel) ... . fest, aber entschieden gemäßigt. Was wir nun zum Nutzen der gesamten Weltwirtschaft, deren Augen gespannt auf Deutschland gerichtet sind, brauchen, ist Ruhe und Ausdauer. Es muß durch das Chaos durchgehalten werden! Die Bundeskanzlerin wird auch im Chaos die Geschäfte weiterführen; in den Etat-Positionen, insbesondere denen der Bundeswehr, treten zunächst keine Änderungen ein. Dass die Kanzlerin sich persönlich von der ordnungsgemäßen Durchführung des Chaos überzeugt, begrüßen auch wir, insbesondere, dass sie gestern in einigen Berliner Kaufläden erschien, um sich zu informieren. In der Lebensmittelabteilung des KaDeWe setzte sich die Kanzlerin dabei versehentlich auf eine Waage. Die Freie Demokratische Partei wird auch weiterhin das Zünglein an der Waage bilden. Dass sich die Bundesbank dabei abwartend verhält, bedarf keiner Erwähnung.

 

16. August

Es wird vielfach angenommen, dass im Chaos die Vorschrift, wonach Frischeier einer Genehmigung der Bundes-Eier-Absatz-Zentrale zum Tragen einer Banderole sowie zur Benutzung des Adlerstempels durch den Bundes-Milch-Ausschuss im Benehmen mit der Zentrale zur Aufzucht junger Hähne bedürfen, aufgehoben ist. Das ist irrig. Die Vorschrift bleibt selbstverständlich auch weiterhin in Kraft. Sehr aktuell wird sie allerdings nicht sein. Es gibt keine Eier.

 

17. August

In den städtischen Fürsorgeanstalten wird ein besonderer Chaos-Prügeltag eingelegt. Warum? Weyl.

 

18. August

Nach der neusten Chaos-Verordnung ist es verboten, Devisen-Kurszettel zu veröffentlichen. Es dürfen lediglich die ausländischen Börsennamen mit den dazu gehörigen Barometer-Zahlen angegeben werden.

 

19. August

(Zuschrift eines Lesers) ... . »denn doch zu weit mit dem Chaos! Meine Frau und meine Schwägerin gingen gestern abend über den Wittenbergplatz, und war es ihnen nicht möglich, in die dortige Bedürfnisanstalt für Damen Einlaß zu bekommen, da die Aufsichtsfrau offenbar einmal fortgegangen war, um in einer nahen Restauration ein Glas Bier einzunehmen. Als Kriegsteilnehmer und Familienvater frage ich namens aller Gleichgesinnten: Ist das noch ein Chaos?«

 

20. August

Zu der Verfügung über die Vertilgung von Ungeziefer in Wohnungen unter sechs Zimmern ist noch nachzutragen, dass Schrotschüsse auf Wanzen nur von 1/2 11 Uhr morgens bis 3/4 1 mittags statthaft sind. Es empfiehlt sich, in den andern Tagesstunden die Wanzen mit einem Tischmesser zu zerspalten.

Auch die Spaltung des rechten Flügels der linken Opposition der Lafontaine-Gruppe ist nunmehr Tatsache. Seehofer hat Bayern sowie sich definitiv aufgegeben. Die Bundesbank verhält sich abwartend.

Die Großbanken haben beschlossen, anstatt der am 1. September fälligen Gehaltszahlung von jedem Angestellten einen Monatsbeitrag von 35 € einzufordern. Die Einzahlung dieses Arbeits-Erlaubnis-Geldes auf städtische Sparkassen ist erlaubt.

Die Berliner Studentenschaft hat gestern anlässlich des zehnten Chaos-Tages gegen den Westfälischen Frieden sowie gegen alle noch kommenden Friedensschlüsse protestiert. Vier Polizeibeamte sowie die akademische Würde wurden leicht verletzt. Der Schnellrichter wurde dem Bundestagsinnenausschuss vorgeführt.

 

21. August

Leichtes Chaos, bei starken südwestlichen Winden.

Der Bildungsausschuss der SPD hat nunmehr gegen die parteischädigenden Auswüchse der Asphalt-Literaten protestiert. Die Partei als solche ist allerdings aufgelöst.

Gerhart Shaw und Bernhard Hauptmann haben beschlossen, zur Verminderung der Reklamespesen ihre nächsten Geburtstage als 250. Geburtstag zusammen zu feiern.

 

23. August

Der Titel des Konfusionsrats  Schmidt ist in den eines Ober-Chaos-Rats abgeändert worden.

 

24. August

Gestern wurde in den Straßen Schönebergs eine D-Mark gesehen. Es handelt sich vermutlich um eine Irreführung des Publikums, und wir machen nochmals darauf aufmerksam, dass es gegen die staatspolitischen Interessen ist, wenn sich in Deutschland noch irgendwelches befindet. Wenn auch das Ausland nicht hinsieht: wir werden es ihm schon zeigen! Die Europäische Zentralbank verhält sich abwartend.

 

25. August

Wie wir hören, hat sich die Bridgepartie von Bundesbankpräsident Jens Weidmann aufgelöst. Er kann das ewige Abheben nicht mehr vertragen.

 

26. August

Die Ziffer 5 des § 67 der Wiederaufnahme-Verfügung der Aufhebung der Rückgängigmachung des Verbotes von Rücküberweisungen alter Postscheckzahlungen nach Haiti wird in Gemäßheit des § 10, II, 17 des Allg. Landrechts aufgehoben bzw. wieder in Kraft gesetzt. Unsre Voraussage ist demnach eingetroffen: das Chaos unterscheidet sich in nichts von dem vorherigen Zustand –!

 

 

Frei nach Kurt Tucholsky

 

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Säugling in Stall gefunden

Polizei und Jugendamt ermitteln - 
Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen

BETHLEHEM, JUDÄA, dpa - In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als "weise Männer" eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: "Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen."

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zur medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand näher unter die Lupe genommen. In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: "Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können."

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: "Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe." 

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Weihnacht

up to date 

Memo: Weihnachtsvorbereitung

Wie Weihnachten 2017 im Internet gezeigt hat, heißt Weihnachten nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der Weihnachtsmann auch X-man sein!

Da X-mas 2018 quasi schon vor der Tür steht, ist es spätestens ab März höchste Zeit, mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen - Verzeihung: das diesjährige Weihnachts-Roll-Out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion just in Time vorzubereiten.

Hinweis: Die Kick-off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für das diesjährige SANCROS (SANta Claus ROad Show) findet bereits am 3. Dezember 2018 statt. Daher wird das offizielle Come-Together des Organizing Committees unter Vorsitz des CIO (Christmas IlluminationOfficer) schon am 6. Januar abgehalten.

Erstmals haben wir ein Projektstatus-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in Workshops entwickelte "To-Do-Liste" und einheitliche Job Descriptions erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Kundenevents und optimierte Geschenk-Allocation geschaffen werden, was wiederum den Service Level erhöht und außerdem hilft, "X-mas" als Brandname global zu implementieren.

Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head Global Christmas Markets (Knecht Ruprecht) die Ablauf-Organisation abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zuständigen Private-Schenking-Centers sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch sogenannte Geschenk-Units über das Internet angeboten werden.

Die Service-Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via Conference Call virtuell informiert und die Core-Competences vergeben. Ein Bündel von Incentives und ein separater Team-Building-Event an geeigneter Location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche Corporate Culture samt Identity zu entwickeln.

Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budgetgründen zunächst gecancelt. Statt dessen wurde auf einer zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem Testbezirk als Pilotprojekt eine Hotline (0,69 Pf/Minute Legion) für kurzfristige Weihnachtswünsche einzurichten, um den Added Value für die Beschenkten zu erhöhen. Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MISt) ist auch Benchmark-orientiertes Controlling für jedes Private-Schenking-Center möglich. Nachdem ein neues Literatur-Konzept und das Layout-Format von externen Consultants definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release 99.1) erstellt werden. Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter für das laufende Updating. Hochauflagige Lowcost-Giveaways dienen zudem als Teaser und flankierende Marketingmaßnahme. Ferner wurde durch intensives Brain Storming ein Konsens über das Mission Statement gefunden. Es lautet "Let's keep the candles burning" und ersetzt das bisherige "Frohe Weihnachten".

Santa Claus hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des Corporate-Redesigns, akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting-Ansatz und würdigte das Know-how seiner Investor-Relation-Manager. 

Dietmar Nix

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Weihnachtstime   
 

When the last Kalender-sheets
flattern trough the winter-streets
and Dezember wind is blowing,
then ist everybody knowing
that it is not allzuweit:
she does come - the Weihnachtszeit.

All the Menschen, Leute, people
flippen out of ihr warm Stüble,
run to Kaufhof, Aldi, Mess,
make Konsum and business.
Kaufen this und jene Dings
and the Churchturmglocke rings.

Manche holen sich a Tännchen,
when this brennt, they cry "Attention".
Rufen for the Feuerwehr:
"Please come quick to löschen her!"
Goes the Tännchen of in Rauch,
they are standing on the Schlauch.

In the kitchen of the house
mother makes the Christmasschmaus.
She is working, schufting, bakes
hit is now her Yoghurtkeks.
And the Opa says als Tester:
"We are killed bis to Silvester".
Then he fills the last Glas wine -
yes, this is the christmastime!

Day by day does so vergang,
and the Holy night does come.
You can think, you can remember,
this is immer in Dezember.

             Then the childrenlein are coming
candle-Wachs is abwärts running.
Bing of Crosby Christmas sings
while the Towerglocke rings
and the angels look so fine -
well this is the Weihnachtstime.

Baby-eyes are big and rund,
the familiy feels kerngesund
when unterm Weihnachtsbaum are hocking
then nothing can them ever shocking.
They are so happy, are so fine -
this happens in the Chistmastime!

The animals all in the house,
the Hund, the Katz, the bird, the mouse,
are turning round the Weihnachtsstress,
enjoy this day as never nie,
well they find Kittekat and Chappi
in the geschenkkarton von Pappi.

The familiy begins to sing
and wieder does a Glöckchen ring.
Zum song vom grünen Tannenbaum
the Tränen rennen down and down.
Bis our mother plötzlich flennt: ?
The christmas-Gans im Ofen brennt!"
Her nose indeed is very fine ?
Ende of the Weihnachtstime.

 
 

 

  

Häppi Christmast (4 KB)

Und immer noch

Ein alter Stall im Winterwind 
die Wände schief die Fenster blind 
auf gelbem Futterkrippenstroh 
ein Kind - in dulci jubilo 
ein stiller Stern der langsam steigt 
vor dem sich Ochs und Esel neigt
vor dem die weise Demut kniet 
mit Weihrauch Myrrhe Hirtenlied. 
Das Bild 2000 Jahre fern 
trägt den Vermerk: 
Geburt des Herrn.

Seitdem statt Stall und stillem Glanz 
christfestlich süßer Firlefanz 
der Dome Prunk der Messen Pracht 
der Warenhäuser größte Schlacht 
kalt gleißt der Kunststofftannenbaum 
der Blick faßt die Geschenke kaum 
die Perlen, Pelze Puppen und
den trotzdem noch nicht satten Schlund 
der ei poppei society 
und niemand hört das Kind - es schrie 
direkt aus einem Fernsehbild 
sein Hungermund blieb ungestillt 
die Weihnachtsglocken schlugen's tot 
der Himmel über ihm war rot.

Welch Farcen-Fest! Sein Stern so fern 
und immer noch: Geburt des Herrn.

Kriemhild Klie-Riedel

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